9. September 2010 | 04:23 Uhr

captain 09
Sonja Resch

resch total

Hier kreisen resche Gedanken frei um den Planeten...


26.09.2008 | 13:11 Uhr

Countdown Wahl: Achtung Sinnestäuschung!

Faymann und Molterer haben wir nun auch verdaut. Die TV-Duelle und Konfrontationen sind geschafft: Wer, liebe User, Seher, Leser und Bürger hat Sie nun also überzeugt? Welcher der Politiker hat für Sie glaubwürdige Botschaften transportieren und vermitteln können? Haben Sie auf die nonverbale Kommunikation geachtet? Haben Sie auf die Stimmen der Streithanseln geachtet? Haben Sie in ihre Augen gesehen und ihre Blicke beobachtet?

Wenn nicht, dann können Sie das ja noch nachholen. Auf youtube finden Sie ja nach wie vor alle Folgen.

Auch im Wahlkampf gilt: Wichtiger als Worte ist die nonverbale Kommunikation, also Gestik, Mimik und die Stimme. Die Wirkung einer Botschaft hängt zu 55% von der Körpersprache, zu 38% von der Stimme und lediglich zu 7% vom Inhalt ab. Die inhaltliche Bedeutung eines Wortes hat viel weniger Gewichtung, es geht also nicht wirklich um den Inhalt, sondern viel mehr um die Verpackung und Präsentation. Leider! Und genau damit spielen auch die Politiker. Jeder Spitzenkandidat wird sich also so vorbereiten, seine Themen möglichst überzeugend an Wählerin und Wähler zu bringen. Und wir Menschen lassen uns leider auch immer wieder täuschen. Doch das muss nicht sein. Wir alle haben von Natur aus ein sehr feines Sensorium für Unwahrheit, Täuschung und Unehrlichkeit. Frauen laut Statistik angeblich mehr als Männer. (Vielleicht sind ja deshalb so wenig Frauen in der Politik, weil sie sich nicht selbst täuschen wollen! :)

Deswegen also Achtung: Die innere Einstellung trägt man immer auch nach außen. Es kommt immer darauf an wie man zu einer Sache steht und nur sehr gute Schauspieler können uns hier etwas vorspielen. Was aber Menschen und auch Politiker wirklich "überführen" kann ist der Blick in die Augen, denn hier liegt die wirkliche Überzeugung, liegt die Wahrheit.
"Schau mir in die Augen, Kleines!" werden also weder Faymann, noch Molterer, noch Strache & Co sagen. Doch schaden könnte es nicht. Schauen Sie Ihrem Spitzenkandidaten genau in die Augen und versuchen Sie in diesen die innere Botschaft zu sehen, zu hören und zu lesen.

Inhaltlich sollten die Politiker die Probleme der Menschen hinterfragen und Lösungen präsentieren. Das hat fast keiner der Kandidaten wirklich geschafft, sie haben sich viel zu sehr auf Negatives, auf Vergangenheitsbewältigung und Kampfansage konzentriert. Nur im Schlussplädoyer haben sie sanftmütig - wissend um ihre letzte Chance beim Publikum guten Eindruck zu machen - gegeben, haben sie ihre Versprechungen und Inhalte noch mal am Präsentierteller serviert. Im Wort Inhalt steckt auch das Wort halten. "Wort halten" - eine nette Wortspielerei. Mehr brauch ich dazu wohl nicht mehr schreiben. Wir kennen uns aus!
Fehlt aber wesentliches inhaltliches und lösungsorientiertes Vertrauen, was bei den TV-Duellen im Schnitt auch so war, so kann dieses nur wieder mit und über Kommunikation kompensiert werden und entstehen, nicht durch Phrasendreschen und Parolen. Kaum einer wurde dem aber gerecht.

Mit dem falschen Spitzenkandidaten kann man logischerweise natürlich keine Wahl gewinnen. Wenn aber nur "falsche Spitzenkandidaten" an Bord sind, ist es schwer das Schiff überhaupt auf Kurs zu halten und ein Ziel anzusteuern, es ist verdammt schwer sich für einen der windigen Segler zu entscheiden. Wenn schon, dann war für mich ohnehin nur einer von allen annähernd ein Kommunikationsprofi und ein Politiker mit Gehalt und Inhalt und das war er auch schon vor den TV-Duellen.

Möge es Ihnen, liebe Wählerinnen und Wähler, dennoch gelingen sich zu entscheiden und ich hoffe für uns alle Sie lenken Ihren feinen Draht und Ihren Blick Richtung bessere politische Zukunft.

<< zurück