9. September 2010 | 04:12 Uhr
Nun ist die Natur wieder aufgewacht und will uns mit ihrem Trieb, mit ihrem Erblühen, mit ihrem Werden und Sein etwas mitteilen. Es ist Zeit. Es ist Zeit, die melodramatischen Lieder an der Klagemauer abprellen zu lassen. Es ist Zeit, es anzupacken. Es ist Zeit, nach vor und keinen Blick mehr zurück zu werfen. Es ist Zeit, sich zu verändern. Es ist Zeit, Farbe zu bekennen. Es ist Zeit, sehen zu lernen. Es ist Zeit, gehen zu lernen. Es ist Zeit.
Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist nötig, dass alles sich verändert. (aus „Der Leopard“)
Es sind die Impulse der Sehenden, die grundlegende Veränderungen auslösen. Die neuen Sehende, wie die kleinen Unternehmer, die die Basis der Wirtschaft bilden. Das Alte, die Alten sind blind. Menschen, die genau hinschauen, erkennen und sehen und für die, die das nicht können heißt es schleunigst die Optik nachstellen.
Die meisten Prognosen, vor allem auch die meisten Wirtschaftsprognosen, haben sich als falsch herausgestellt. Das Problem bei den meisten Zahlen, die bearbeitet werden, ist, dass es sich um Zahlen aus der Industrie handelt. Der Industriebetrieb bricht ein, aber dieser ist bei Weitem nicht mehr so wichtig, wie er wahrgenommen wird. Die Optik stimmt also auch in dieser Hinsicht nicht mehr. So kommt es, dass die Blinden immer mehr Geld vom Staat fordern und die Krise weiter beschwören.
Es kommt aber nicht nur auf das Sehvermögen und auf die Sicht der Dinge, sondern auch auf das Stehvermögen an und auf welcher Seite man steht. Das, was uns die Politik und Manager der großen Industriekonzerne, auf die sich alles konzentriert, erzählen, stimmt so ja auch, denn auf dieser Seite der Welt ist wirklich Krise. Die Unfähigkeit, sich seiner eigenen Fehler bewusst zu werden, kostet mehr als die Milliarden, die von den Verbündeten der Manager, den Politikern, verteilt werden. Alarm wird ausgerufen statt nach Ideen und Lösungen zu suchen. Hier kann es sich nur um Blinde, um faule Sehende handeln.
Die andere Seite der Welt, die die Krise nicht zu ihrer macht, das ist die große Mehrheit der Unternehmer, die das Rückgrat der weltweiten Ökonomie bilden, das sind die Kleinunternehmer und Mittelbetriebe, der eigentliche Motor der Wirtschaft. Leute, die Wirtschaft machen und nicht über Wirtschaft reden.
Kaum einer der großen Konzerne erreicht den großen Durchbruch an und mit Innovation. Die Welt wird von den wachen, weisen, mutigen Kleinen und Schlauen bewegt und verändert und weiterentwickelt, nicht von den großen, lahmen, pragmatischen Blindgängern. Diese haben nicht nur ihr Sehvermögen verloren sondern auch ihr Zeigefühl. Sie wissen nicht wann die Krise endet, sie beschwören ihre Abgründe als tief und tiefer und schlagen Alarm. Ein alter Trick der Alten.
Und sie sind auch wahrlich nicht kreativ im Suchen und Finden von Lösungen. Personalabbau und Kündigungen sind ihre einzige Devisen in Zeiten wie diesen. Dieser Schritt entlastet jedoch nicht das Sozialbudget und ist nicht sozial, er schadet auch dem öffentlichen Ansehen der Wirtschaft. Sozial ist, was allen nützt.
Spitzenmanager und Konzernherren aus der ersten Reihe sind die Jammerer. Sie outen sich mit ihrem Verhalten als diejenigen, die die Krise als Ausrede dafür missbrauchen, was sie selbst vermasselt haben, sie outen sich somit als wohlstandsverwahrloste Manager, die alles haben und nichts damit anzufangen zu wissen. Sie sind frustriert und mit Frustrierten kann man keine Veränderungen durchziehen.
Wir brauchen Unternehmer und Manager, die konkret wissen und sagen können was zu tun ist. Sehende. Wissende. Motivierte. Unternehmer, die ihre Augen offen haben und die nicht blind ins Verderben rennen.
"Wenn der Sturm kommt, bauen die eine Mauern und die anderen Windmühlen." (chin. Sprichwort)